Claude Duet ist ein proaktiver KI-Agent von Anthropic, den das Unternehmen am 21. Oktober 2026 als Research Preview vorgestellt hat. Duet prüft verbundene Konten wie E-Mail und Kalender von sich aus, meldet sich bei Handlungsbedarf und erledigt Aufgaben auf einem eigenen Cloud-Computer, fragt aber vor dem Senden, Bezahlen, Unterschreiben und Löschen nach. Nutzen können Duet vorerst nur Abonnenten der Pläne Pro und Max mit einem Konto in den USA, und zwar nach einer Einladung über die Warteliste. In Deutschland ist Duet derzeit nicht verfügbar.
Stand: 22. Oktober 2026, zuletzt geprüft am 26. Oktober 2026, Research Preview, Angaben können sich ändern. Bei der letzten Prüfung waren Verfügbarkeit, Apps und Kosten auf den Seiten von Anthropic unverändert. Ich habe keinen Zugang zu Duet und konnte das Produkt deshalb nicht selbst testen. Alle Angaben stammen aus den Seiten von Anthropic, die ich jeweils verlinke. Was nur in der Presse steht, ist als Pressebericht gekennzeichnet.
Duet ist aufschlussreich, weil Anthropic sehr offen beschreibt, welche Grenzen der Agent hat und wo er um Erlaubnis fragen muss. Dieser Beitrag fasst zusammen, was Duet kann, was es kostet, wie es um Verfügbarkeit und Datenschutz steht, wie es sich von ChatGPT Dots, Meta Muse und Claude Cowork unterscheidet und was Unternehmen in Deutschland daraus ableiten können.
Claude Duet in Kürze
Die wichtigsten Fakten nach Angaben von Anthropic, Stand 22. Oktober 2026:
| Frage | Antwort laut Anthropic |
|---|---|
| Vorgestellt | Am 21. Oktober 2026 als Research Preview, also als frühe Vorabversion. |
| Für wen | Laut Anthropic für Berufstätige und Inhaber kleiner Unternehmen. |
| Wo verfügbar | Nur in den USA, mit US-Konto und Einladung über die Warteliste. |
| Pläne | Pro und Max. Team und Enterprise noch nicht, eine spätere Erweiterung ist geplant. |
| Kosten | Kein Aufpreis während der Preview, Duet verbraucht aber die Nutzungslimits des Plans. |
| Modell | Claude Opus 5.5, eine Modellwahl gibt es nicht. |
| Freigaben | Vor Nachrichten, Zahlungen, Unterschriften und Löschungen. Wertpapierhandel und Überweisungen zwischen Konten sind auch mit Freigabe gesperrt. |
Was ist Claude Duet?
Anthropic beschreibt Duet in den Release Notes als neue App, in der Claude als proaktiver Agent arbeitet. Der Unterschied zum bekannten Chat liegt in der Richtung. Im Chat stellen Sie eine Frage und bekommen eine Antwort. Duet wartet laut den häufigen Fragen auf der Produktseite nicht darauf, dass Sie eine Unterhaltung öffnen, sondern kommt von sich aus auf Sie zu, wenn in Ihren verbundenen Konten etwas Ihre Aufmerksamkeit braucht.
Als Zielgruppe nennt Anthropic in der Ankündigung Berufstätige und Inhaber kleiner Unternehmen, die mehr Aufgaben haben, als sie im Blick behalten können. Duet ist während der Preview eine eigene App, getrennt von der normalen Claude-App. Gedächtnis, Skills und verbundene Apps übernimmt Duet aus dem bestehenden Claude-Konto. Gearbeitet wird in einem fortlaufenden Gespräch, per Text oder per Sprache.
Was Claude Duet kann: Briefing, Aufgaben und Cloud-Computer
Den Kern bildet ein tägliches Morgen-Briefing. Laut Hilfeartikel von Anthropic sichtet Duet dafür E-Mails und Kalender, ordnet nach Wichtigkeit und bereitet erste Schritte wie Antwortentwürfe vor. Danach prüft Duet die verbundenen Konten laut Ankündigung etwa alle paar Stunden und meldet sich nur, wenn etwas zu tun ist. Worüber und wie oft Duet Sie benachrichtigt, können Sie laut Anthropic selbst festlegen.
Für die eigentliche Arbeit bekommt Duet eine eigene virtuelle Maschine mit eigenem Browser. Laut Ankündigung müssen Laptop oder Smartphone dafür nicht eingeschaltet bleiben. Als Aufgaben nennt Anthropic unter anderem Terminplanung, Dashboards, Finanz- und Vertriebsprognosen, Prototypen und kleine Web-Apps. Die Produktseite ergänzt Rechnungen nachverfolgen, Lohnabrechnungen zur Prüfung vorbereiten und Verträge vorbereiten.
In der App gibt es neben dem Hauptgespräch Kanäle für einzelne Themen. Im Tab Tasks stehen die laufenden Aufgaben, und nur Sie selbst markieren eine Aufgabe als erledigt. Im Tab Make landen größere Ergebnisse wie Recherchen, Modelle, Präsentationen oder Dashboards als bearbeitbare Dateien.
Welche Apps Claude Duet anbinden kann
Anthropic spricht von mehr als 6.000 Konnektoren und Plugins im Claude Marketplace. Genannt werden in der Ankündigung unter anderem Gmail, Slack, QuickBooks, Stripe, Gusto, LinkedIn, Docusign, HubSpot, Canva und Shopify, im Hilfeartikel außerdem Google Calendar, Google Drive und Calendly. In Claude lassen sich laut Hilfeartikel zu Konnektoren außerdem eigene Anbindungen über das Model Context Protocol einrichten, den offenen Standard, über den Sprachmodelle mit fremden Systemen sprechen. Ob Duet solche eigenen Konnektoren nutzen kann, geht aus den Seiten zu Duet nicht hervor. Für Websites ohne eigene Anbindung nutzt Duet seinen Browser in der Cloud. Die Verbindungen stellen Sie selbst her und können sie jederzeit trennen.
Auffällig für Unternehmen in Deutschland ist eine Lücke. Die Produktseite führt Microsoft 365 unter den Verbindungen auf, der Hilfeartikel sagt dagegen ausdrücklich, dass Microsoft 365 noch nicht verfügbar ist. Ich gehe vom Hilfeartikel aus, denn er beschreibt den tatsächlichen Stand der Preview genauer. Für Slack nennt der Hilfeartikel Einschränkungen.
Wo Claude Duet um Freigabe fragt
Selbstständig liest, entwirft und bereitet Duet vor. Bevor es eine Nachricht sendet, etwas bezahlt, unterschreibt oder löscht, zeigt es laut Anthropic die geplante Aktion und wartet auf Ihre Zustimmung. Sind Sie gerade nicht erreichbar, holt Duet die Freigabe später ein. Einige Dinge sind auch mit Zustimmung ausgeschlossen, nämlich Wertpapierhandel, Geldtransfers zwischen Konten und laut Hilfeartikel der Zugriff auf fremde Konten. Anrufe und SMS an andere Menschen macht Duet nicht, E-Mails über verbundene Konten nur nach Freigabe.
Eingekauft wird über Link von Stripe und über Shop Pay. Laut dem Hilfeartikel zu Link erstellt Duet für jeden Kauf eine Einmalkarte, die nur für den jeweiligen Händler und Betrag gilt. Die volle Kartennummer bekommt Claude nicht zu sehen. Link gibt es laut diesem Hilfeartikel nur in Duet für Pro und Max in den USA, und es setzt ein Zahlungsmittel aus den USA voraus.
Sicherheit: Freigaben, Passwörter und Prompt Injection
Ein Agent, der E-Mails liest und im Browser handelt, ist ein lohnendes Ziel für Angriffe. Anthropic beschreibt in der Ankündigung mehrere Schutzschichten:
- Zugangsdaten werden nach demselben Muster wie bei Claude Managed Agents verwaltet, sodass Duet Passwörter und Anmelde-Token nicht direkt sieht. Passwörter geben Sie laut Hilfeartikel in einem eigenen Formular auf Ihrem Gerät ein, nicht im Chat.
- Ein Klassifikator prüft die Aktionen des Agenten, dazu kommt ein Schutz gegen Prompt Injection, also gegen Anweisungen, die in E-Mails oder Webseiten versteckt sind.
- Ein eigener Klassifikator mit Sicherheits-Systemprompt soll den Abfluss sensibler Daten verhindern. Er ist darauf ausgelegt, Kreditkartennummern und Ausweisdaten nicht weiterzugeben. Gesundheits- und Finanzdaten sollen nur hinausgehen, wenn Sie Duet ausdrücklich dazu angewiesen haben.
- Nach Angaben von Anthropic haben interne Red Teams und eine externe Firma das System angegriffen, außerdem gibt es ein öffentliches Bug-Bounty-Programm.
Bemerkenswert finde ich, wie offen der Hilfeartikel mit dem Restrisiko umgeht. Duet soll Inhalte Dritter als Information behandeln und nicht als Anweisung. Weil aber kein Schutz gegen Prompt Injection perfekt ist, setzt Anthropic zusätzlich auf Freigaben für wichtige Aktionen. Wie es aussieht, wenn Agenten ohne solche Grenzen arbeiten, zeigt der Hugging-Face-Hack durch OpenAIs Agenten.
Einschränkend gilt: VentureBeat weist in seinem Pressebericht darauf hin, dass Anthropic die Schutzmaßnahmen beschreibt, aber keine Testergebnisse oder Benchmarks für Duet nennt. Weitere Details zur Sicherheit hat Anthropic in der Ankündigung für die kommenden Tage zugesagt.
Ist Claude Duet in Deutschland und der EU verfügbar?
Nein. Laut deutschem Hilfeartikel von Anthropic ist Duet als Forschungsvorschau nur für Pro- und Max-Pläne in den USA über eine Warteliste (englisch Waitlist) verfügbar. Im Abschnitt zu fehlendem Zugriff heißt es dort ausdrücklich, Duet sei während der Forschungsvorschau nur in den USA verfügbar. Einen Termin für die EU, Deutschland, Österreich oder die Schweiz nennt Anthropic in keiner der Quellen, die ich geprüft habe. Einladungen werden in Wellen verschickt, ohne festes Datum.
Der Zugang ist an die E-Mail-Adresse gebunden, mit der Sie sich auf die Warteliste setzen. Sie muss laut Hilfeartikel zum Claude-Konto und zum Apple- oder Google-Konto auf dem Smartphone passen. Von Umwegen über ein Konto in den USA rate ich Unternehmen ab, schon weil dann Firmendaten in einem privaten Konto außerhalb jeder Absprache landen.
Bei den Plattformen widersprechen sich die Quellen. Ankündigung und Produktseite nennen eine eigene App für iOS und Android sowie die Nutzung im Web auf claude.ai. Der Hilfeartikel beschreibt die Einrichtung dagegen nur für iPhone und Android. MacRumors spricht in seinem Pressebericht von Web und iOS und erwähnt Android nicht. Eine Desktop-App für Windows oder macOS nennt Anthropic nicht.
Was kostet Claude Duet?
Während der Preview kostet Duet nichts extra. Laut Ankündigung ist Duet in Pro und Max enthalten und nutzt dieselben Nutzungslimits wie der Rest von Claude. Größere Aufgaben wie ein Finanzmodell oder eine Präsentation brauchen laut Ankündigung mehr Modellschritte und Hintergrundarbeit. Der Hilfeartikel wird genauer: Duet verbraucht die Limits im gleichen Maß wie Chats in Claude und zählt gegen das Fünf-Stunden-Limit und das Wochenlimit, auch für Hintergrundarbeit wie das Morgen-Briefing. Wer in die Preview aufgenommen wird, erhält einmalig einen vollständigen Reset der Limits, nutzbar bis zum 30. November 2026.
Die Pläne selbst kosten laut Preisseite von Anthropic in den USA 20 US-Dollar im Monat für Pro und ab 100 US-Dollar im Monat für Max. Preise für Deutschland gebe ich hier nicht wieder, weil Duet hier ohnehin nicht buchbar ist. Engadget äußert in seinem Pressebericht die Sorge, dass Duet die Limits schnell aufbraucht, weil es sie mit allen anderen Claude-Werkzeugen teilt, auch mit Claude Code. Laut Engadget begründet Anthropic die Prüfung im Abstand von einigen Stunden gerade damit, dass ständiges Prüfen die Limits viel schneller verbrauchen würde. Wer Claude bereits intensiv nutzt, etwa für Programmierarbeit, sollte das einplanen.
Datenschutz: Was Unternehmen bei Claude Duet prüfen sollten
Eine eigene Datenschutzseite für Duet gibt es noch nicht. Der Hilfeartikel hat zwar einen Abschnitt zu Datenschutz, Sicherheit und Kontrolle, nennt dort aber keine eigenen Regeln zur Datenverarbeitung. Verlinkt ist nur die allgemeine Datenschutzrichtlinie. Anthropic hat weitere Details zur Sicherheit angekündigt, zum Datenschutz bisher nicht. Deshalb lohnt der Blick auf die Bedingungen, unter denen Duet läuft.
Pro und Max sind bei Anthropic Pläne für Verbraucher. Das hat das Unternehmen in seinem Beitrag zu den Consumer Terms klargestellt. Team, Enterprise und die API laufen dagegen unter den kommerziellen Bedingungen. Den Vertrag zur Auftragsverarbeitung, im Englischen Data Processing Addendum, sieht Anthropic laut seinem Datenschutz-Hilfeartikel als Teil dieser kommerziellen Bedingungen vor. Duet gibt es aber gerade nicht in Team oder Enterprise. Wer personenbezogene Daten von Kunden oder Mitarbeitenden verarbeiten lässt, braucht nach Artikel 28 DSGVO in der Regel einen solchen Vertrag. Diese Frage sollte Ihr Datenschutzbeauftragter klären, bevor Firmenkonten mit Duet verbunden werden.
Dazu kommen drei Punkte aus den allgemeinen Regeln für Consumer-Pläne:
- Training: Ob Chats zum Training der Modelle genutzt werden, hängt bei diesen Plänen von einer Einstellung im Konto ab. Die Datenschutzrichtlinie und der Hilfeartikel zum Modelltraining beschreiben die Einzelheiten. Eine eigene Regel für Duet nennt Anthropic nicht.
- Speicherdauer: Laut einem Beitrag von Anthropic vom August 2025 gilt bei aktivierter Trainingsnutzung eine Aufbewahrung von bis zu fünf Jahren, sonst 30 Tage. Ob das für die Hintergrundarbeit von Duet genauso gilt, ist offen.
- Speicherort: Nach der Datenschutzrichtlinie werden personenbezogene Daten auf Server in den USA übertragen, abgesichert über Standardvertragsklauseln. Verantwortlich für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum ist Anthropic Ireland, Limited.
Ein Detail aus dem Hilfeartikel sollten Sie kennen: Wenn Sie eine App trennen, greift Duet ab diesem Moment nicht mehr darauf zu, die Informationen aus früheren Gesprächen bleiben aber im Gedächtnis. Außerdem kann Duet frühere Chats durchsuchen. Das lässt sich unter Einstellungen, Gedächtnis mit der Option „Search and reference chats“ abschalten.
Ein Urteil, ob Duet für Ihr Unternehmen datenschutzrechtlich tragbar ist, kann ich nicht abgeben, solange Anthropic keine Angaben speziell zu Duet veröffentlicht. Die Grundlagen für die Prüfung von KI-Werkzeugen beschreibe ich im Beitrag über Datenschutz in Softwareentwicklung und KI-Tools. Wer sensible Daten gar nicht an einen US-Anbieter geben will, findet in lokal betriebenen Sprachmodellen eine Alternative. Spricht ein Agent im Namen Ihres Unternehmens mit Kunden, kommen die Transparenzpflichten aus dem EU AI Act hinzu.
Grenzen der Research Preview
Anthropic nennt die Schwächen von Duet selbst, auf der Produktseite, in der Ankündigung und im Hilfeartikel:
- Duet kann einen Verlauf falsch lesen oder Dringlichkeit falsch einschätzen.
- Weil Duet in Abständen prüft, kann es etwas übersehen, das zwischen zwei Prüfungen eintrifft. Eine Überwachung in Echtzeit ist das nicht.
- Persönliche Erledigungen wie das Buchen von Tickets klappen schlechter, der Schwerpunkt liegt auf beruflichen Aufgaben.
- Den Browser des Agenten können Sie weder beobachten noch übernehmen.
- Duet sieht nicht alle Dateien auf Ihrem Computer und kann Arbeit in der normalen Claude-App lesen, aber nicht verändern.
- Das Modell ist fest vorgegeben. Duet läuft auf Claude Opus 5.5, das Anthropic am 22. September 2026 vorgestellt hat.
Aus der Presse kommen weitere Punkte. Implicator.ai warnt vor Ermüdung, wenn Nutzer sehr viele Freigaben bestätigen müssen. VentureBeat weist darauf hin, dass Anthropic Audit-Logs und eigene Aufbewahrungsregeln im Enterprise-Plan führt, den es für Duet noch nicht gibt. Beides halte ich für berechtigt. Eine Freigabe, die man fünfzigmal am Tag ungelesen bestätigt, schützt wenig.
Claude Duet, Cowork, ChatGPT Dots und Meta Muse im Vergleich
Duet ist nicht der erste Agent dieser Art. Meta hat Muse am 8. September 2026 vorgestellt, OpenAI laut Presseberichten von TechCrunch und Engadget am 29. September 2026 Dots. Die Seite von OpenAI selbst konnte ich nicht abrufen, die Angaben zu Dots stammen deshalb nur aus der Presse. Innerhalb von Anthropic liegt außerdem Claude Cowork nahe, das mehrstufige Aufgaben ausführt, aber auf Ihren Auftrag wartet.
| Produkt | Was es ist | Verfügbarkeit und Pläne | Für Unternehmen |
|---|---|---|---|
| Claude Duet (Anthropic) | Proaktiver Agent mit Cloud-Computer und Browser, Modell Claude Opus 5.5. | Research Preview, nur USA, Pro und Max, Warteliste. | Team und Enterprise noch nicht, eine Erweiterung ist geplant. |
| Claude Cowork (Anthropic) | Führt mehrstufige Aufgaben auf Auftrag aus, mit derselben Agentenarchitektur wie Claude Code. | Pro, Max, Team und Enterprise, Desktop-App für macOS und Windows, dazu Web und Mobil. | In Team und Enterprise verfügbar, Aufgaben in der Cloud dort als Beta. |
| ChatGPT Dots (OpenAI), laut Pressebericht | Agent mit eigenem Cloud-Computer, Modell GPT-6 Astra. | Pro und Business Premium, Pro laut Engadget nicht im EWR, in der Schweiz und in Großbritannien. | Enterprise als Beta, Business Premium laut Engadget in den unterstützten ChatGPT-Regionen. |
| Meta Muse (Meta) | Persönlicher Agent mit abgesicherter virtueller Maschine, Modell Muse Spark. | USA, iOS, Android, Web und WhatsApp, für die meisten Zwecke kostenlos. | Von Meta als persönlicher Agent vorgestellt. |
Engadget bezeichnet Anthropic in seinem Pressebericht als Nachzügler, sieht aber einen Vorteil darin, dass Duet schon ab dem Pro-Plan nutzbar ist, Dots dagegen erst in den teureren Tarifen. Für die Frage, welches Sprachmodell hinter einem Agenten steckt, hilft mein Vergleich Claude vs. Kimi K3. Bei Muse widersprechen sich die Angaben: Meta nennt in seiner Vorstellung nur die USA, Engadget zusätzlich Kanada. Für den Mittelstand in Deutschland ist der Vergleich derzeit eher theoretisch. Duet und Muse gibt es hier nicht, Dots nach dem Bericht von Engadget wohl nur über Business Premium.
Was Claude Duet für den Mittelstand bedeutet
Meine Einschätzung als Entwickler, der KI-Agenten für mittelständische Unternehmen baut: Duet ist vor allem ein Signal. Zwischen dem 8. September und dem 21. Oktober 2026 haben Meta, OpenAI und Anthropic Agenten vorgestellt, die nicht mehr auf eine Frage warten, sondern selbst Arbeit anstoßen. Diese Form wird auch in Europa ankommen, und mit ihr die Frage, wer in Ihrem Unternehmen welche Konten mit einem solchen Agenten verbindet.
Als Werkzeug für ein Unternehmen mit eigener IT eignet sich Duet in der jetzigen Form nicht. Es ist für Einzelpersonen gebaut, läuft unter Verbraucherbedingungen, kennt noch keine Team-Verwaltung und keine Anbindung an Microsoft 365, mit dem viele Mittelständler arbeiten. Für Selbstständige und sehr kleine Betriebe kann sich das ändern, sobald Duet in der EU verfügbar ist und die Datenschutzfragen beantwortet sind.
Interessant ist Duet trotzdem, weil Anthropic darin Regeln umsetzt, die ich auch für eigene Agenten empfehle: Freigabe vor allem, was nach außen wirkt oder Geld kostet, feste Verbote, die keine Freigabe aufhebt, Zugangsdaten, die das Modell nie sieht, und eine Prüfung ausgehender Daten. Ein fertiges Produkt setzt diese Regeln nach den Vorstellungen des Herstellers um. Ein eigener Agent setzt sie nach Ihren Abläufen durch, greift über Schnittstellen auf Ihr ERP oder CRM zu, protokolliert jeden Schritt und kann bei Bedarf auf einem Modell in der EU oder im eigenen Haus laufen. Welche Wege es dafür gibt und wann sich ein Agent lohnt, beschreibe ich ausführlich im Leitfaden KI-Agenten im Mittelstand.
Dazu kommt die Abhängigkeit von einem einzigen Modell eines einzigen Anbieters. Wie schnell ein Modell ausfallen kann, zeigt die Abschaltung von Claude Fable 5.
Wie Sie sich vorbereiten
Bis Duet oder ein vergleichbarer Agent in Deutschland ankommt, können Sie die wichtigsten Entscheidungen schon heute treffen:
- Regeln für private KI-Konten: Legen Sie fest, ob Mitarbeitende dienstliche Postfächer, Kalender oder Ablagen mit privaten KI-Konten verbinden dürfen. Ohne Regel passiert es trotzdem.
- Datenklassen: Bestimmen Sie, welche Daten ein Agent lesen darf und welche tabu sind, etwa Personalakten, Gesundheitsdaten oder Zahlungsdaten.
- Freigaben: Schreiben Sie auf, welche Aktionen immer ein Mensch bestätigt, und achten Sie darauf, dass es so wenige sind, dass jede Freigabe auch gelesen wird.
- Systemlandschaft: Prüfen Sie, ob Ihre wichtigsten Systeme über Schnittstellen erreichbar sind. Davon hängt ab, ob ein fertiger Agent oder eine eigene Lösung passt.
- Vertrag und Protokolle: Klären Sie vor jedem Einsatz, ob ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung vorliegt, wo die Daten liegen und ob sich nachvollziehen lässt, was der Agent getan hat.
Häufige Fragen zu Claude Duet
Was ist Claude Duet?
Claude Duet ist ein proaktiver KI-Agent von Anthropic, vorgestellt am 21. Oktober 2026 als Research Preview. Er prüft verbundene Konten wie E-Mail und Kalender, meldet sich bei Handlungsbedarf, bereitet Antworten und Unterlagen vor und arbeitet auf einem eigenen Cloud-Computer weiter, auch wenn Ihr Gerät ausgeschaltet ist.
Ist Claude Duet in Deutschland und der EU verfügbar?
Nein. Duet ist derzeit nur in den USA für Pro- und Max-Abonnenten mit Einladung über die Warteliste verfügbar. Einen Termin für Deutschland, die EU oder Europa insgesamt hat Anthropic nicht genannt.
Wann startet Claude Duet in Deutschland?
Das ist offen. Anthropic hat Duet am 21. Oktober 2026 laut Release Notes als Research Preview veröffentlicht. Einen Termin für den Start in Deutschland oder anderen Ländern nennt Anthropic weder auf der Produktseite noch im Hilfeartikel. Angekündigt ist bisher nur, Duet später auch in die Pläne Team und Enterprise zu bringen, ebenfalls ohne Termin.
Wie funktioniert die Warteliste für Claude Duet?
Eintragen können Sie sich über die Schaltfläche „Join the waitlist“ auf der Produktseite. Laut Hilfeartikel verschickt Anthropic die Einladungen in Wellen, ein Platz auf der Warteliste garantiert also kein bestimmtes Datum. Der Zugang ist an die E-Mail-Adresse gebunden, mit der Sie sich eintragen, und setzt einen Pro- oder Max-Plan mit Konto in den USA voraus.
Was kostet Claude Duet?
Während der Research Preview nichts extra. Duet ist in Pro und Max enthalten, verbraucht aber das Fünf-Stunden- und das Wochenlimit des Plans, auch für Arbeit im Hintergrund. Neu aufgenommene Nutzer erhalten einmalig einen Reset der Limits, nutzbar bis zum 30. November 2026.
Gibt es Claude Duet für Claude Team oder Enterprise?
Noch nicht. Anthropic plant laut Hilfeartikel, Duet später auch in diese Pläne zu bringen, nennt aber keinen Termin.
Gibt es Claude Duet als App?
Ja. Laut Produktseite ist Duet eine eigenständige App für iOS und Android. Am Computer nutzen Sie Duet laut Anthropic im Web auf claude.ai. Der Hilfeartikel beschreibt die Einrichtung allerdings nur für iPhone und Android. Eine Desktop-App für Windows oder macOS nennt Anthropic nicht. In Deutschland lässt sich die App derzeit nicht nutzen, weil Duet nur in den USA verfügbar ist.
Kann Claude Duet ohne meine Zustimmung E-Mails senden oder bezahlen?
Nach Angaben von Anthropic nicht. Vor Nachrichten, Zahlungen, Unterschriften und Löschungen zeigt Duet die geplante Aktion und wartet auf Ihre Freigabe. Wertpapierhandel und Überweisungen zwischen Konten sind auch mit Freigabe gesperrt, Anrufe und SMS macht Duet nicht.
Funktioniert Claude Duet mit Microsoft 365 und Outlook?
Derzeit nicht. Die Produktseite listet Microsoft 365 zwar auf, der Hilfeartikel sagt aber, dass es noch nicht verfügbar ist. Unterstützt werden unter anderem Gmail, Google Calendar, Google Drive und Slack.
Was ist der Unterschied zwischen Claude Duet und Claude Cowork?
Cowork führt Aufgaben aus, die Sie ihm geben, und ist auch in Team und Enterprise sowie als Desktop-App verfügbar. Duet wird von sich aus aktiv, prüft Ihre Konten in Abständen und gibt es bisher nur in Pro und Max in den USA.
Wie unterscheidet sich Claude Duet von ChatGPT Dots?
Laut Presseberichten arbeitet auch Dots mit einem eigenen Cloud-Computer und läuft auf GPT-6 Astra. Engadget zufolge gibt es Dots nur in den teureren Tarifen ChatGPT Pro und Business Premium. Duet läuft auf Claude Opus 5.5 und ist schon im günstigsten bezahlten Plan Claude Pro enthalten, bisher aber nur in den USA.
Hat Claude Duet etwas mit Claude Code zu tun?
Nur über das Konto. Duet ist eine eigene App, die von sich aus mit E-Mails, Kalendern und Dokumenten arbeitet, Claude Code ist Anthropics Werkzeug für die Programmierung, auf dessen Architektur laut Hilfeartikel Cowork aufbaut. Laut Engadget teilt Duet die Nutzungslimits mit Claude Code. Bezahlen mit Link von Stripe geht laut Hilfeartikel zu Link nur in Duet, nicht in Claude Code.